Zum Hauptinhalt springen
ActiveTEP
Zurück zur Übersicht

28. Juli 2026 · 4 Min Lesezeit

Kinesiotaping nach einer Knie-TEP: Kann ein Tape die Rehabilitation unterstützen?

Kinesiotaping nach einer Knie-TEP: Kann ein Tape die Rehabilitation unterstützen?

Schmerzen und Schwellungen können die ersten Wochen nach einer Knie-TEP deutlich erschweren. Eine aktuelle Metaanalyse zeigt, dass Kinesiotaping die Rehabilitation unterstützen kann – allerdings nur als Ergänzung zu einer aktiven Therapie.

Die ersten Wochen nach einer Knie-TEP sind häufig von Schmerzen, Schwellungen und Unsicherheit geprägt. Viele Patientinnen und Patienten möchten ihr neues Knie möglichst schnell wieder bewegen, stoßen dabei aber an ihre Grenzen. Jede Bewegung fällt schwerer, Übungen werden unangenehm und der Start in die Rehabilitation kann sich mühsam anfühlen.


Um diese Beschwerden zu lindern, setzen viele Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten ergänzend auf Kinesiotaping. Doch welchen Nutzen hat das elastische Tape tatsächlich? Eine aktuelle Metaanalyse liefert darauf eine wissenschaftlich fundierte Antwort.



Warum Schmerzen und Schwellungen die Rehabilitation erschweren


Nach einer Knieoperation reagiert der Körper mit einer natürlichen Entzündungsreaktion. Das operierte Gewebe schwillt an, das Knie fühlt sich steif an und Bewegungen können schmerzhaft sein. Diese Beschwerden gehören zum Heilungsprozess, können aber dazu führen, dass Betroffene ihr operiertes Bein unbewusst schonen.


Dadurch kann sich die Rehabilitation verlangsamen. Für eine gute Genesung ist es wichtig, das Knie frühzeitig und regelmäßig zu bewegen. Wer aufgrund von Schmerzen weniger aktiv ist, hat oft größere Schwierigkeiten, Beweglichkeit und Muskelkraft wieder aufzubauen.



Was ist Kinesiotaping?


Kinesiotapes sind elastische Klebebänder, die direkt auf die Haut aufgeklebt werden. Im Gegensatz zu klassischen Sporttapes schränken sie die Beweglichkeit nicht ein. Stattdessen sollen sie die Muskulatur und das umliegende Gewebe unterstützen, während das Gelenk seine natürliche Beweglichkeit behält.

Nach einer Knie-TEP werden sie häufig eingesetzt, um Schmerzen und Schwellungen zu reduzieren sowie die Bewegungsfähigkeit zu fördern.



Was zeigt die aktuelle Studienlage?



Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2025 fasste die Ergebnisse von elf randomisierten kontrollierten Studien mit insgesamt 774 Patientinnen und Patienten zusammen. Untersucht wurde, ob Kinesiotaping zusätzlich zur üblichen Rehabilitation einen messbaren Nutzen bietet.


Die Ergebnisse zeigen, dass Patientinnen und Patienten nach einer Knie-TEP in den ersten Wochen nach der Operation von der zusätzlichen Anwendung des Tapes profitieren konnten. Im Vergleich zur herkömmlichen Rehabilitation wurden geringere Schmerzen, weniger Schwellungen, eine größere Beweglichkeit des Kniegelenks sowie eine bessere Kniefunktion beobachtet.


Für Patientinnen und Patienten nach einer Hüft-TEP konnten diese positiven Effekte hingegen nicht in gleichem Maße nachgewiesen werden. Insbesondere bei der Schmerzreduktion zeigte sich kein relevanter Vorteil.



Warum kann Kinesiotaping hilfreich sein?


Die genauen Wirkmechanismen von Kinesiotaping sind bislang nicht vollständig geklärt. Vermutet wird, dass das Tape durch seinen leichten Zug auf die Haut den Lymphabfluss unterstützen und die Wahrnehmung des Kniegelenks verbessern kann.


Unabhängig davon kann eine Verringerung von Schmerzen und Schwellungen dazu beitragen, dass Betroffene ihre Übungen leichter durchführen. Wer sich sicherer bewegt und weniger Beschwerden verspürt, kann die physiotherapeutischen Maßnahmen oft konsequenter umsetzen. Genau das ist ein wichtiger Baustein für eine erfolgreiche Rehabilitation.



Kinesiotaping als Ergänzung zur Therapie


Auch wenn die Studienergebnisse vielversprechend sind, ersetzt Kinesiotaping keine aktive Rehabilitation. Den größten Einfluss auf die Genesung haben weiterhin regelmäßige Bewegung, gezielte Kräftigungsübungen und physiotherapeutische Behandlungen.

Kinesiotaping kann diese Maßnahmen sinnvoll ergänzen, indem es die Beschwerden in der frühen Rehabilitationsphase reduziert und so den Einstieg in das Training erleichtert.



Fazit


Die aktuelle Studienlage deutet darauf hin, dass Kinesiotaping die Rehabilitation nach einer Knie-TEP kurzfristig unterstützen kann. Weniger Schmerzen, eine geringere Schwellung sowie eine verbesserte Beweglichkeit können dazu beitragen, dass Patientinnen und Patienten früher und aktiver an ihrer Rehabilitation teilnehmen.


Für einen langfristigen Behandlungserfolg bleibt jedoch die aktive Mitarbeit entscheidend. Ein individuell abgestimmter Trainingsplan mit regelmäßiger Bewegung und gezielten Kräftigungsübungen bildet die Grundlage für eine erfolgreiche Rückkehr in den Alltag. Kinesiotaping kann dabei eine sinnvolle unterstützende Maßnahme sein.



Literatur

Mei, T., Shuai, Y., Wu, D. & Yu, H. (2025). Effects of kinesio taping in patients undergoing knee or hip arthroplasty: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Journal of Rehabilitation Medicine, 57, jrm40784. https://doi.org/10.2340/jrm.v57.40784


Beginnen Sie heute Ihren Weg zum neuen Gelenk.

Jeder Tag Vorbereitung zählt. Starten Sie jetzt – wir begleiten Sie.

Zugangscode jetzt sichern